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VFC 2022 | USA GP - Wollborn gewinnt Regenfight gegen Schlüter – Erster Einsatz der Intermediates

  • thedoctor
  • 19. Mai 2022 um 19:22
  • 6.343 Mal gelesen
  • 0 Antworten
  • 4 Minuten
Bereits seit langer Zeit wurde im Fahrerlager vehement ein Intermediate Reifen gefordert. Gerade in der sehr nassen 2020er Saison mit einigen Regenrennen kam die Kontroverse immer wieder auf. 2022 nun ist er endlich da...der Intermediate und wird eigentlich nicht gebraucht.

Denn zur großen Überraschung blieb es in den ersten sieben Saisonrennen trocken. Das hat sich in den USA am vergangenen Sonntag geändert. Dabei konnten die Piloten erstmals wieder ihre Fahrkünste unter erschwerten Bedingungen zeigen. Die üblichen Top-Regenfahrer wie Jannis Wollborn oder Marc Schlüter stachen dabei wieder einmal heraus.

Zu Beginn des Abends fanden alle Beteiligten allerdings eine trockene Strecke vor. So konnte auch eine normale Qualifikation stattfinden, welche Marc Schlüter letztlich knapp vor dem WM-Führenden Wollborn für sich entscheiden konnte. Bereits hier wurde aber auch schon deutlich wie anspruchsvoll der Kurs in Watkins Glen für die Piloten ist. So beendete der erfahrene VFC Pilot Bastian Paisler (Razor) seine Qualy frühzeitig als er zu Beginn seiner schnellen Runde in Kurve eins auf dem Curb die Kontrolle verlor und in den aus der Box kommenden Fabian Jungbluth (Saldo) flog. Für beide bedeutete das frühe Aus und ein ärgerliches Qualyresultat. Umso mehr da Bastian Paisler daraufhin von der Rennleitung eine +3 Plätze Gridstrafe erhielt. Dafür überzeugten andere. Sven Schubert (Newman) sicherte sich wie bereits mehrfach in dieser Saison in letzter Sekunde die Top-10 und Pechvogel Daniel Bentenrieder konnte mit einem sechsten Platz im Cesario ebenfalls zufrieden sein.

Der Rennstart verlief dieses Mal weitestgehend ruhig. Jannis Wollborn holte sich dank des Topspeed lastigen Setups gleich zu Beginn die Führung gegen Marc Schlüter (Falcon). Weiter hinten hatte Sebastian Steinhauer mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und lag früh fast eine Runde zurück. Im Mittelfeld konnten die Zuschauer indessen tolle Fights und auch Fehler der Piloten beobachten. So mussten unter anderem Alexander Rütt (Clipper) und Tim Brendel (Razor) früh zum Reparaturstopp. Das Pech für Razor GP war endgültig perfekt als Bastian Paisler wie in der Qualifikation in Kurve eins auf dem Curb den Wagen verlor und einschlug. Das erste Safety-Car war die Folge. Das nutzte ein Großteil der Piloten für einen ersten Stopp auf der Reifenmordenden Strecke. Einer derjenigen die nicht zum Stopp kamen war der Newman-Ersatzpilot Christian Dittmer.

Selbiger eröffneten nach dem Restart auf alten Reifen den Dittmer Train und brachte seine Verfolger zum Schwitzen, denn Überholen war an diesem Abend alles andere als einfach. Wenn dann gelang es meist auf der Gegengeraden. Hier pressten sich mit unter anderem mit Alexander Kraft (Manziel) oder Daniel Bentenrieder (Cesario) ein Pilot nach dem anderen an Dittmer vorbei. Am ersten großen Crash war er allerdings nicht beteiligt. In einem Three Wide krachte es am Ende der Gegengeraden zwischen Heiko Kolvenbach (Buttler-Pal), Fabian Walter (Falcon) und Cooper McAllister (Cliffort). Leidtragender war dabei wie so oft dieses Jahr der Australier, denn zuerst berührten sich Kolvenbach und Walter, letzterer knallte in den Cliffort, welcher den Frontflügel verlor und anschließend eine weitere Kettenreaktion auslöste.

In der Folge schied neben McAllister auch Jörn Dicks von Volksmobil aus. Für selbigen war es der zweite DNF in Folge. Weitere nachfolgende Piloten (Rütt und Steinhauer) verloren unter anderem Flügel und mussten zum Reparaturstopp. Das zweite Safety-Car wurde ausgerufen. Nach dem Restart setzten sich erwartungsgemäß die Führenden Jannis Wollborn (Cesario), Marc Schlüter (Falcon) und Alexander Kraft vom Rest des Feldes ab. Zusätzliche Spannung kam nach der Rennhalbzeit. Wie von vielen befürchtet verdichteten sich tatsächlich die Wolken über Watkins Glen und entleerten sich schließlich über dem Kurs. Zeit für die Piloten die richtige Entscheidung zu treffen, doch gerade in den ersten Runden gab es immer wieder Abflüge oder Fahrfehler.

An der Spitze zeigte sich nach dem Wechsel auf Intermediates vor allem Schlüter favorisiert. Erst holte er sich seinen 2. Platz gegen Alexander Kraft zurück und schloss anschließend die Lücke zu Jannis Wollborn. Doch egal wie nah Schlüter heranfuhr. Der Weltmeister ließ sich nicht zum entscheidenden Fehler hinreißen und war durch den guten Topspeed nicht zu überholen. So holte sich Wollborn seinen dritten Sieg in Folge, den vierten der laufenden Saison. Auch für seinen Teamkollegen war es ein großer Abend. Daniel Bentenrieder fuhr auf einen starken vierten Platz und sorgte so für die Führung der Scuderia in der Team-WM.

Doch auch dahinter konnten die kleinen wieder jubeln. Der 6. Platz für Heiko Kolvenbach erscheint aber auf Grund der zuletzt so starken Ergebnisse der Buttler-Pals kaum noch überraschend. Dennoch gilt es auch hier wieder das gute Ergebnis zu honorieren. Dafür konnte auch Clipper Pilot Alexander Rütt mit Rang elf wieder zählbares mitnehmen. Ein wichtiger Vertrauensschub. Roy Seifert zeigte sich zudem bei seinem Volksmobil Debüt als Hess Ersatz sofort auf Formniveau und sicherte Teamchef Peter Andrews mit Platz 9 ersehnte Punkte. Umso bitterer für die Deutschen, dass der kleine spanische Rennstall Equipo Saldo mit Platz 8 (Fabian Jungbluth) und Platz 12 (Leif Nordic), dennoch Boden gewann.

Autor: Julian Kopp

Das komplette Ergebnis des USA GP:

Die Wiederholung:

Die WM-Stände:

  


Quelle: GlobalSimracingOrganisation

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